DIMB IG Erlangen – lokales Ehrenamt

Als sich in 2014 die Situation in Erlangen immer mehr zuspitze, Kontrollen durchgeführt und Trails zugelegt wurden, fühlte sich die Stadt genötigt einen runden Tisch einzuberufen. Um den Interessen der Mountainbiker Gehör zu verschaffen, haben wir unter dem Dach der DIMB eine Interessengruppe, die DIMB IG Erlangen gegründet.

Text: Yvonne Eder Bild: Susanne Jünginger

Mountainbiken und „Vereinsmeierei“ – wie geht das zusammen? Mein persönliches Fazit dazu ist: ziemlich gut. Wenn man sich anschaut, wo legal und mit Zustimmung und Unterstützung von Behörden und Waldbesitzern Trails genutzt oder sogar auch neue angelegt werden dürfen, dann sind das diejenigen Orte, an denen sich Mountainbiker organisiert haben. Wo Leute Zeit und Nerven in die, ziemlich oft überhaupt nicht glamouröse und oftmals auch nervige, „Vereinsmeierei“ investieren. Also Orgakram erledigen, mit Behörden kommunizieren, Biker einbinden und motivieren, vermitteln, vernetzen, Posts schreiben – Bier trinken gehört selbstverständlich auch dazu. In den Jahren seit unserer Gründung haben wir in Erlangen unglaublich viel Energie investiert, haben Wege kartiert (dafür sogar Sondergenehmigungen beantragt und erhalten), recherchiert, Konzepte ausgearbeitet, mit Behörden Gespräche geführt – und das Ergebnis war dennoch ziemlich ernüchternd. „Nicht zuständig“, „Umweltauflagen“, „kein Handlungsbedarf“, „Kosten“, „Haftungspflicht“ – die Totschlagargumente waren vielfältig und dämpften die Motivation, sich weiterhin zu engagieren bei vielen unserer Mitglieder deutlich.

Mit bremsspur unterwegs in der Fränkischen Schweiz.

Aber die IG gibt es nach wie vor und sie wächst und gedeiht. Wir organisieren im Sommer regelmäßig Feierabendausfahrten und nutzen damit nicht nur die Gelegenheit, die Community zu vernetzen, sondern auch auf Problemstellen im Wald hinzuweisen. Wir haben in Abstimmung mit einem Waldbesitzer einen Trail saniert, organisieren ein Sommerfest, treffen uns regelmäßig zu Stammtischen, nehmen an Podiumsdiskussionen teil und bringen das Thema Biken in Arbeitskreise der Stadt ein. Und auch wenn uns die großen Erfolge bislang verwehrt blieben, im Kleinen tut sich einiges. Ein Beispiel: ein Pumptrack auf Stadtgebiet muss dringend überarbeitet werden. Das Konzept haben wir mitentwickelt, Budget ist vorhanden, die professionelle Instandsetzung ist geplant, dauert aber noch. Zwischenzeitlich verfiel die Anlage immer mehr, unabgesprochenes Buddeln führte letztlich zur Sperrung. Bei einem Treffen zum Thema Stadtentwicklung konnten unsere „buddelaffinen“ IG-Mitglieder die Zuständigen bei der Behörde persönlich kennenlernen. Auf einmal ging alles ganz schnell –  feinste Erde wurde angeliefert, ein Wasserkanister installiert, eine absperrbare Kiste für Material gestellt. Es wird nun legal und fleißig geshaped, die Strecke ist seitdem im besten Zustand seit zehn Jahren.

Es funktioniert auch deshalb gut, weil es in unserer IG Leute gibt, die einfach machen. Die einen Trail sehen der immer mehr zerfahren wird und nicht denken „nicht mein Problem, der Sandboden ist halt problematisch“. Sondern die das Gespräch mit dem Waldbesitzer führen. Die sich Gedanken zu Sanierungsmöglichkeiten machen, Leute rekrutieren und anpacken. Denn reingefahren ist ein Trail sehr schnell, dafür braucht es nicht viel. Aber diesen und andere Trails langfristig fahren zu können und zu dürfen -dafür braucht es mehr als ein Bike, freie Zeit und eine „Harvester hinterlassen auch Spuren-Attitüde“. Das ist die unglamouröse, aber durchaus herausfordernde und letztlich auch befriedigende Aufgabe.

Danke an alle aktiven IG-Mitglieder, ihr seid großartig!

https://ig-mtb-erlangen.blogspot.com/

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