Gaumenfreuden in der Fränkischen Schweiz

Zum Thema „Kulinarik in der Fränkischen Schweiz“ würden die Bremsspur-Kollegen euch jetzt von der knusprigen Schwarte des „Schäuferla“ (Schweineschulter, nicht zu verwechseln mit dem kasslerähnlichen Schäufele im Badischen) oder der schmackhaften Zubereitung einer Roulade vorschwärmen, die sich in dunkler Sauce mit Kartoffelklößen den Platz auf dem Teller teilt und für das man grundsätzlich weniger als zehn Euro zahlt. Besucher aus Großstädten wie München suchen regelmäßig den Fehler auf der Speisekarte und auch mir fehlt zugegeben das Verständnis dafür, warum Fleisch so günstig sein muss. Da ich vor etwas mehr als einem halben Jahr zur vegetarischen Fraktion übergewechselt bin, hat sich mein Fokus beim Thema Kulinarik etwas verschoben – weg von der Frage nach dem besten Schäuferla hin zur Überlegung, welche der Gasthöfe mir etwas anderes als die Verlegenheitsvariante „Kloß mit Soß“ bieten. Und erfreulicherweise werde ich immer häufiger fündig.

Meine Favoriten

  1. Spinatknödel in brauner Butter – gibt’s im Gasthaus zur Behringersmühle und können mit den Klassikern aus Südtirol locker mithalten.
  2. Gemüseteller  – klingt profan, ist aber megalecker. Der Wirt vom Alten Kurhaus in Streitberg ist nämlich bekennender „Slow Food“-Anhänger und legt viel Wert auf Qualität und eine innovative Zubereitung.
  3. Tagliatelle mit Steinpilzen – wird in bikerfreundlicher Portion mit Blick auf die Wiesent im Gasthof Brückla in Muggendorf serviert.

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Wer so gar nicht auf Fleisch verzichten möchte, dem seien die Brauereigaststätten vom Held-Bräu in Oberailsfeld und Nikl Bräu in Pretzfeld empfohlen. Sehr gute Qualität, regionale Zutaten und schönes Ambiente – und natürlich leckeres Bier (natürlich erst nach der Tour…).

Kuchen

Ansonsten geht Kuchen beim Radeln ja bekanntlich immer. Das „Brückla“ toppt auch in dieser Kategorie mit einer super Auswahl. Und in der Sachsenmühle ist ein Kuchenstopp praktisch ein Muss, ein wunderschöner Biergarten in Kombination mit unglaublich günstigem und leckeren Kuchen ist einfach zu verlockend.

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Weitere Empfehlung

Wer gezielt nach guten Gastgebern suchen möchte, dem sei das Portal www.gscheitgut.de empfohlen. Unter dem Motto „Franken isst besser“ werden Gasthöfe vorgestellt, die „sich auf die Besonderheiten der fränkischen Küche besinnen und neben Neukreationen auch längst vergessene Gerichte an den Gaumen der Öffentlichkeit bringen“. Verwendet werden hauptsächlich regionale Zutaten, die Gerichte werden stets frisch zubereitet bewusst ohne Chemie. Die besten Rezepte der fränkischen Köche gibt’s in Form von Kochbüchern auch zum mit nach Hause nehmen – sogar in vegetarischer Variante. Die Fränkische geht halt mit der Zeit!

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