Von Trailparks und Mittelgebirgen

Es ist schon komisch. Immer wieder zieht es einen weg, in die Ferne, an durchaus magische Orte, doch manchmal ist es zwar der richtige Ort, doch einfach zur falschen Zeit. Über einen Besuch an der slowenisch-österreichischen Grenze.

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Urlaubszeit und da beim ersten Schneeeinbruch des Spätsommers. So werden die Pläne kurzerhand geändert, statt ins hochalpine und auf den Naturcampingplatz in Pontresina, auf knapp 1.800 m geht es nach Slowenien ins Ekohotel Koros von Anej und Dixi Strucl. Viel Gutes habe ich von dort gehört und so sind wir durchaus angetan als wir ankommen. 10 km von der sowieso schon ruhigen Hauptstraße entfernt liegt der alte Bauernhof oben auf einem Bergrücken, eine alte Rodung, wie es hier zahlreiche gibt. Die Ausrichtung perfekt nach Süden und auf den Petzen, den ersten Vorboten des Karawanken Geoparks. Es ist ein schöner Ort, ein Ort der Ruhe gibt und der ideal ist zum Ankommen. Um diesen Ort herum haben die Betreiber einen eigenen Singletrailpark installiert. Zahlreiche Trails durchziehen den sanft abfallenden Berg über insgesamt ca. 400 hm. Selbst ein Uphill Trail findet sich dort. Die Trails sind perfekt gebaut, verlaufen durch Wildnisstrukturen in Kurven, Sprüngen und Wellen. Alles natürlicher Untergrund, sehr naturnah gebaut. Ideal für den An- und Abreisetag.

So richtig anzukommen schaffen wir aber nicht, wir hatten uns auf alpine Abenteuer eingestellt, weniger auf Mittelgebirge, wie wir es auch haben. So geht es am nächsten Tag zum Petzen. Mit seinen 2.100 m Höhe gibt es hier eine Höhendifferenz von 1.700 m, durchaus beachtlich. Der Anstieg zieht sich, immer wieder werden wir von Lastwägen überholt, da gerade der Lift renoviert wird. Die Hütte oben am Berg ist angenehm urig, angenehm unaufgeregt. Wir lassen die Bikes stehen und wandern noch 3 Stunden über den Kamm. Anschließend geht es hinab, erst Flow Country, dann Thriller, dann wieder Flow Country. Schöne Trails, für andere Zielgruppen. Thriller ist auf Geschwindigkeit und für Enduroracer ein fantastisch, herausfordernder Trail.

Im Sonnenuntergang picknicken wir noch, eigentlich ein feiner Tag, und dennoch, wir vermissen etwas und beschließen am nächsten Tag abzureisen. Der Ort ist schön, und gerade das Ekohotel und der Singletrailpark ideal für befreundete Gruppen. Schön zum Runterkommen und Gemeinsam zusammenkommen.

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Zwei Tage später versuchen wir eine lange geplante Tour bei uns im Bayerischen Wald. Eine Stunde Aufstieg, eine Stunde Trails über den Kamm, Einkehr, eine Stunde Trails bergab. Eine perfekte Kombination und so sitzen wir anschließend in der Sauna und fragen uns warum wir 5 Stunden gefahren sind um ein Mittelgebirge zu erleben?

Andererseits war es ein spannendes Erlebnis, der Ort toll, nur leider einfach zur falschen Zeit. Andererseits hat vielleicht gerade dieses Erlebnis die Tour im Bayerischen Wald noch besser gemacht.

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