Unterwegs

Zugegeben, wir lieben es zu reisen, zu entdecken und durchaus auch hohe Berge. Doch oft stecken die kleinen Abenteuer vor der Haustüre, man muss sie nur entdecken. Und so besuchte ich unseren Guide Andi, der mir quasi im Schnelldurchlauf die Top Spots der Hersbrucker Schweiz zeigte.

Text & Bild Norman Bielig

Mittlerweile ist es schon wieder zwei Jahre her, dass es mich in die Hersbrucker Schweiz verschlug, auch da gemeinsam mit Andi. Diesmal möchte er mir seine Highlights in diesem Gebiet zeigen. Wir treffen uns bei ihm auf frischen Kaffee, packen das Auto und starten. Normalerweise fährt Andi mit dem Zug in die Hersbrucker Schweiz, von Nürnberg aus ist man in 20 min bequem da und rollt vom Bahnhof rasch auf die ersten Trails der umliegenden Hügel. Da wir heute etwas mehr unterwegs sein werden und ich sowieso anreise nehmen wir das Auto. Den Beginn machen die Wälder rund um Hersbruck, ein Paradies für Mountainbiker durchzogen von alten Pfaden. Hügel für Hügel kann man sich weiter arbeiten und am Hohlen Berg Geschichte hautnah erleben. Ein Berg, der in Zeiten des dritten Reiches als Flugzeughangar ausgehöhlt wurde, ein Wahnsinnsprojekt. Mittlerweile dienen die Höhlen Fledermäusen als Unterschlupf. Die Anstiege sind moderat, die Abfahrten teilweise durchaus lang, die Pfaddichte hoch. Auf gut 200 m Höhendifferenz kann man hier schon mal kommen und so summieren sich unsere Höhenmeter. Kurz vor Mittag bemerke ich, dass ich diese Art der Höhengewinnung kaum mehr gewohnt bin. Ich fahre fast ausschließlich im Bayerischen Wald und den Alpen, ein ständiges Auf und Ab ist mir fern und so kommt mir die Mittagspause nach 800 hm durchaus gelegen. Wir sitzen am Straßenrand mit unserem Cordon-Bleu-Sandwich, unterhalten uns über die Wege, alte und neue Zeiten.

Am Nachmittag geht es ins Hirschbachtal, dass vor allem durch seine Klettersteige vielen bekannt ist. Auch hier eine unglaubliche Pfaddichte und wenig Menschen. Die Vegetation scheint sich nach jeder Kurve zu ändern, und hier werden die Anstiege endlich garstiger. Dreimal fahren wir auf den Himmel und wieder zurück. Die Aussicht tatsächlich himmlisch, ist der Anstieg eher von Seiten der Hölle gemacht. Den Tag lassen wir ausklingen im Grünen Schwan. Bernd und Norbert haben es hier ein Kulturgut geschaffen. Ein voller Biergarten, gute Gespräche und vor allem leckeres Essen und Getränke. Ein Ort zum Wohlfühlen und Ankommen, nicht umsonst unser Stützpunkt beim Trailhouse.

Das zeigt mir wieder, es ist fein unterwegs zu sein. Es kommt dabei nicht auf die Höhe der Berge an, auch im Mittelgebirge kann man dem Himmel so nah sein. Vielmehr geht es um die Vielfalt der Wege, um die Begleitung und regionale Besonderheiten, um Eigenständigkeiten also. Danke für den Tag Andi.

IMG_7035