(Mountain)biken?

Wieviel Berg braucht es zum Mountainbiken? Eine Frage, die gerne mal aufkommt, wenn es um das Mountainbiken in nördlicheren Gefilden geht. Ganz aktuell aber auch in der Diskussion um die Münchner Isartrails und eventuelle Routen im Isartal.

Ab welchen Höhenunterschieden können wir von Mountainbiken sprechen? Und was ist es dann darunter?

Blicke ich mich in den Städten um, dann werden Berge beim Mountainbiken doch vor allem am Wochenende und im Urlaub gefahren. Unter der Woche mag man es ortsnah, mag es autofrei und nimmt also, was vorhanden ist. Ich erinnere mich da an meine Studienzeit in Erlangen und Nürnberg: Brettflach ist übertrieben, 50 m Höhenunterschied waren es an einigen Stellen schon, mehr dürften es aber nicht gewesen sein. Und doch gab/gibt es dort ein fein verzweigtes Trailnetz, das sich so manche touristisch orientierte Region nur wünschen kann. Einfach zugängliche Trails, für viele gut fahrbar, so dass sich dort Mountainbiken über das Befahren schmaler Wege und nicht über Bergfahrten definiert.

Doch wo stehen wir nun? Ist Mountainbiken das Befahren schmaler Wege, das von Bergen, oder muss gar beides vorhanden sein? Ehrlicherweise birgt doch genau diese Frage eine große Gefahr, eine Einengung, ein Eingrenzen des Erlebnis- und Erfahrungshorizontes zugunsten einer klaren Trennung, die mir doch gar nichts bringt. Ich möchte doch weder dem Trekkingradler, noch dem Wanderer noch sonst einem Erholungssuchenden erklären, dass wir völlig unterschiedliche Sportarten ausüben. Sind wir doch gerade in Gesprächen um Wegefreigaben immer bemüht, das Gemeinsame hervorzukehren und zu klären, dass sich lediglich das Gefährt, das Medium, der Mittler ändert. Klar sucht der Mensch nach Definitionen, nach Trennscharfem, aber wohnt nicht gerade dieser Uneindeutigkeit, dieser Unschärfe eine gewisse Spannung inne? Genau dieses kindliche Spiel, das Mountainbiken für mich ist, dieses Nur-Können und Nicht-Müssen, darauf könnte ich mich einigen, vielleicht…